5 Gründe warum ich Konflikte liebe

Viele Menschen scheuen Konflikte oder zucken schon zusammen, wenn überhaupt nur das Wort fällt. Konfliktfähigkeit wird oft als schwierig zu erlernen oder umzusetzen eingestuft.

Ich liebe Konflikte. Diese sichtbar zu machen, anzusprechen und zu lösen macht mir Spaß. Ich habe damit sehr gute Erfahrung gemacht bei mir und bei meinen Gesprächspartnern. In meinen Coachinggesprächen freue ich mich immer, diese mit meinem Klienten (Coachees) zu bearbeiten. Die Erleichterung nach Betrachten oder Lösung des Konfliktes bei den Coachees zu sehen, ist großartig.

Was ist ein Konflikt?

Von Konflikten wird gesprochen, wenn zwischen mindestens 2 Parteien (kann auch nur einer Person sein = innerer Konflikt) Uneinigkeit zu einer Situation besteht und dabei negative Gefühle entstehen. Unter Umständen bestehen große Emotionen, die zu einem sehr hohen Handlungsdruck führen können. Konflikte sind Störungen, die die Beteiligten oft aber auch handlungsunfähig machen. Häufig reagieren Menschen in Konfliktsituationen mit Flucht, Angriff, Totstellen oder Hilflosigkeit. Diese Verhaltensweisen machen die Situation leider nicht besser. Nach meiner Erfahrung ist genau hinschauen, bearbeiten und lösen ein sehr guter Weg.

1. Konflikte lösen ist mutig und stärkt Dein Selbstvertrauen

    Die erste Reaktion auf eine Konfliktsituation kann z. B. sein, nicht hinzuschauen, die Situation zu ignorieren. Das passiert meistens, weil wir hoffen „wird sich schon irgendwann von selbst erledigen“. Die Wahrheit ist, dass das meistens nicht der Fall ist, die Situation im Gegenteil noch schwieriger wird. Wenn Du jetzt den Mut aufbringst (hole Dir dafür ggf. Unterstützung), genau hinzuschauen und den Konflikt mit Dir selbst oder jemand anderem zu betrachten und zu lösen, wirst Du ein großartiges Erfolgserlebnis feiern und auf Dein Mutkonto einzahlen. Das Guthaben wird Dich das nächste Mal leichter diesen Weg gehen lassen. Du wirst stolz auf Dich sein können und Dein Selbstvertrauen ist gestärkt.

    auf dem Franz-Josef Gletcher in Neuseeland nachdem ich all meinen Mut zusammen genommen habe, mit dem Hubschrauber dort hin zu fliegen – eine meiner beindruckensten Erlebnisse

    2. Konflikte genau anschauen kann Dich zum Kern Deiner Themen bringen und gibt Klarheit

    Konflikte, die wir in uns selbst haben, können sich z.B. wie Zerrissenheit oder Unentschlossenheit eine Entscheidung zu treffen oder zu handeln anfühlen. Meist führen wir dann innerliche Zwiegespräche, die irgendwie nicht zu einem Ergebnis kommen. Manchmal drehen wir uns auch sehr lange im Kreis. Um dies zu durchbrechen, arbeite ich in meinen Coachinggesprächen sehr gerne mit dem sogenannten „Inneren Team“. Dabei kommen die einzelnen inneren Stimmen zu Wort und wir analysieren die Bedürfnisse und die gute Absicht dahinter.

    Diese Arbeit gibt sehr schnell Klarheit über die eigentlichen Themen, die hinter dem Konflikt stehen. Das können z.B. hinderliche Glaubenssätze wie z.B. „Ich bin es nicht Wert“, „Ich kann es sowieso nicht“ oder andere Dinge sein, die es zu klären gilt. Glaubenssätze sind tief verwurzelte Sätze, die die Person für die Wahrheit hält und daran fest glaubt. Wenn wir diese aufspüren, können diese in förderliche Glaubenssätze umgewandelt werden, die für jeden individuell sind, z.B.  „Ich bin wertvoll“ oder Ich schaffe das“. Die Umwandlung der Glaubenssätze hilft meiner Erfahrung nach ebenfalls dabei, danach mit mehr Leichtigkeit ins Handeln zu kommen.

    3. Konfliktsituationen zeigen Dir sehr schnell, was im Argen ist

    Eine Konfliktsituation hat durch den hohen Handlungsdruck eine hohe Energie, die sich auch zum Teil explosiv anfühlen kann. Meines Erachtens zeigt sich durch Konflikte sehr intensiv, dass irgendwas im Argen ist. Das kann z.B. auf der Beziehungsebene zwischen Menschen sein, weil Grenzen verletzt, Werte nicht beachtet wurden oder auch Wertschätzung fehlt. Bei Zielkonflikten stehen sich verschiedene Ziele im Weg (z. B. eine Familie ist sich uneins „fahren wir ans Meer oder in die Berge?“), die unterschiedlichen Bedürfnisse und Wünsche beinhalten können. Auch hier bringt eine Klärung Erleichterung für alle Beteiligten.

    auf der Rückfahrt von einer Dienstreise, bei der ich einige Konflikte sichtbar machen musste, damit mir die Teilnehmer in meiner Schulung überhaupt zuhören konnten

    4. Konflikte lösen stärkt die Beziehungsebene zwischen Dir und Anderen

    Wenn wir den Mut gefasst haben, einen Konflikt zu lösen, fühlen wir uns hinterher erleichtert, stolz und sind froh. Bei offenen Konflikten ist auch die Beziehungsebene positiv beeinflusst. Aus meiner Sicht bedarf es bei einer Konfliktlösung einer guten Kommunikation, ggf. mit entsprechendem Feedback oder auch Reflexion der Situation, um eine Lösung zu finden. Ich bin ein Fan der „gewaltfreien Kommunikation“ nach Marshall Rosenberg, die sich hier hervorragend eignet, um auf Augenhöhe den Konflikt zu bewältigen. Nach meiner Erfahrung stärkt so ein Gespräch das gegenseitige Vertrauen und den Respekt und kann Konflikte in Zukunft vermeiden.

    5. Konfliktbewältigung stärkt Deine persönlichen Fähigkeiten

    Wenn ich mich einem Konflikt stelle, beweise ich Mut.

    Wenn ich einen Konflikt löse, erweitere ich meine kommunikativen Fähigkeiten und habe evtl. das Einnehmen der Perspektive meines Gegenübers geübt und dadurch mehr Verständnis gewonnen.

    Ich kann meine eigene Haltung gegenüber anderen Personen und Situationen prüfen und verbessern.

    Als Ergebnis verbessere ich meine Handlungsfähigkeit in auftretenden Konfliktsituationen und muss nicht mehr flüchten, kämpfen oder mich totstellen.


    Konfliktbewältigung hat unter anderem aus all diesen Gründen eine hohe Energie für Veränderung und persönliche Entwicklung. Ich freue mich immer wieder darauf!

    ein friedlicher, ruhiger Moment an der Ostsee kurz vor Sonnenuntergang

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